| Santo Domingo (AP) Neue Anstöße für den Ausbau der Beziehungen mit Lateinamerika hat offenkundig die einwöchige Reise von Außenminister Frank-Walter Steinmeier in die Region erbracht. Der Minister führte die EU-Delegation, die am Freitag zweitägige Gespräche mit lateinamerikanischen Ländern in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo beendete. Konkretes Ergebnis war das gemeinsame Bekenntnis, den politischen Dialog über Themen wie Drogenanbau und Kampf gegen den Terrorismus vorantreiben zu wollen. Ein angestrebtes Freihandelsabkommen mit der EU blieb zunächst in der Schwebe und wurde vom
Ausgang des Streits über ein Welthandelsabkommen abhängig gemacht. Die 2001 gestartete Doha-Runde war unter anderem wegen des ungelösten Konflikts über Agrarsubventionen der reichen Länder 2006 zusammengebrochen. Im Einzelnen ging es in Santo Domingo um Treffen mit dem Wirtschaftsverbund Mercosur, den zentralamerikanischen Staaten der prodemokratischen San-José-Gruppe sowie mit der wegen der Drogenproblematik bedeutsamen Andengemeinschaft. Den Abschluss bildeten ganztägige Verhandlungen mit der südamerika- und karibikweiten Rio-Gruppe, deren Vorsitz die Dominikanische Republik innehat.
Im Mittelpunkt stand dabei die Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der EU, in einigen Fällen ging es darüber hinaus um Verhandlungsrunden über ein Assoziationsabkommen mit der Europäischen Union. Dazu wurde Steinmeier von der EU-Kommissarin für Außenbeziehungen, Benita Ferrero-Waldner, und dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana begleitet.
Davor hatte Steinmeier Mexiko und Panama besucht. Seit dem Jahr 2000 gibt es zwischen der EU und Mexiko ein Freihandelsabkommen. Mexiko ist außerdem einer der strategischen Partner der G-8, deren Präsidentschaft Deutschland ebenso innehat wie die der EU. Der deutsche Außenhandel mit Mexiko wächst stetig. Fast 1.000 deutsche Firmen sind in Mexiko tätig, die 110.000 Arbeitsplätze anbieten. Außerdem besuchte Steinmeier mit einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation den Panama-Kanal, der nach 100 Jahren grundlegend modernisiert werden soll. Die Projektkosten werden mit 5,2 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) veranschlagt.
Die Reise nach Lateinamerika war Steinmeiers zweite innerhalb eines Jahres. Der SPD-Politiker kündigte an, die Kontakte zu der aufstrebenden Region intensiver als in der Vergangenheit zu gestalten.
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